ebersetzung
Der Legende nach soll Pythagoras,
während er über eine mathematische Formel für die Tonleiter nachsann,
an einer Schmiede vorbeigekommen sein. Angelockt vom harmonischen
Klang der schlagenden Hämmer ging er hinein. Zuerst glaubte er,
die Wucht der Schläge, mit der die Hämmer auf dem Amboß auftrafen,
sei ausschlaggebend für die Tonhöhe. Als aber die Schmiede die
Hämmer untereinander austauschten und sie mit jeweils anderer
Kraft schlugen, entstanden dieselben Töne wie zuvor. Er wog die
Hämmer und stellte fest, daß der schwerste Hammer den tiefsten
Ton erzeugte.
Daran anknüpfend untersuchte Pythagoras die Toneigenschaften
von Saiten. Er entdeckte die Tonintervalle. Je länger die Saite
war, desto tiefer war der Ton, den sie erzeugte, und umgekehrt
ergab eine kurze Saite einen entsprechend höheren Ton. Wurde
eine Saite halbiert, entstand ein qualitativ identischer, aber
um eine Oktave höherer Ton. Dazwischen lagen, in genau fixierbaren
Intervallen, die anderen Töne der sogenannten natürlichen Tonleiter.
Aufgrund dieser Gesetzmäßigkeiten gelang es Pythagoras,
die Musik in ein mathematisch exakt beschreibbares
System zu fassen, das als Markstein
in der Geschichte der Naturwissenschaften gilt. Zum ersten Mal
konnte eine Erscheinung der Natur in
die Sprache der Mathematik
übersetzt werden. - (erf)
Übersetzung (2)
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baemu súti falla kúr |
Als Kinder im Sommer 1955 beim Himbeerpflücken in der Nähe des Neandertals bei Düsseldorf eine etwa dreißig Zentimeter breite und achtzehn Zentimeter hohe, roh behauene Steintafel mit einer vierzeiligen Inschrift fanden, wußte zunächst niemand etwas Rechtes damit anzufangen.
Bald jedoch schaltete sich das rührige Institut für vergleichende Sprachpsychologie in H. ein und nahm sich des Fundes an. Durch Anwendung des in der Linguistik bekannten Zahlenschlüssels 94¤9¤1¤19¤12¤9¤8 ergab sich, daß es sich um einen ibolithischen Text handeln mußte — eine Sprache also, die bisher noch durch keinerlei Sprachdenkmäler zu belegen war.
Der Bedeutung dieses Fundes entsprechend hat es der Herausgeber für richtig erachtet, den Vierzeiler zunächst im Urtext einem ausgewählten Kreis von Fachleuten und Dichtern vorzulegen, die ihrerseits eingeladen wurden, die Strophe mit den ihnen zu Gebote stehenden Mitteln zu übersetzen.
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Vogelgötter in grünen Sandalen. Hans Arp |
Ein bukolisches Idyll, eine Rousseau-Landschaft mit frechen Farbspritzern, ein aparter Schwarz-Grün-Kontrast, mit raffinierter Einfachheit von einem späten Ibolithen aufgezeichnet, das ist das berühmte »baemu súti«.
Der Dichter projiziert das Erscheinungsbild seiner Mitbürger in die Vorstellung der Vögel hinein. Kehliger, gurrender Vogelgesang ist in »baemu súti« nachgebildet, und in nonchalanter Erhabenheit präsentieren sich die armseligen ibolithischen Hirten als Götter — vom Blickwinkel der Vögel aus! Da Vögel selbst auffällig bunt gekleidet sind, kann vermutet werden, daß sie einen besonders stark entwickelten Farbsinn haben; kein Wunder also, daß ihnen gerade die grünen Lianen-Sandalen und die rußschwarzen Menjou-Bärtchen der Hirten besonders auffallen.
Der geschichtliche Hintergrund dieser poetischen Fabel ist kurz gesagt folgender: Die Ibolithen wurden von den Angehörigen der höher gelegenen (Vogel...!) Bergstämme als fast göttergleiche Wesen anerkannt und geehrt. Die Ibolithen hatten in ihren vielen erfolgreichen Kriegen von auswärts Sklaven mitgebracht. Am Ende des zweiten Zwischenintervallums war die Zahl der Sklaven so angewachsen, daß sie stark genug waren, sich aufzulehnen. Es kam zu dem entscheidenden Sklavenaufstand von Notis, den die neutralen Bergstämme entsetzt beobachteten (sie hatten die göttergleichen Ibolithen für unbesiegbar gehalten), und der dann bekanntlich den endgültigen Niedergang der Ibolithen einleitete.
Mit einem Ernst, der der Bedeutung unseres ibolithischen Fundes
angemessen ist, hat Arp sich der schwierigen Übersetzungsaufgabe
entledigt. Arp pflegte zuvor eingehende Erörterungen mit
Freunden, darunter »älteren in Frankreich bekannten ›Lettristen‹,
Onomatopoeten und Lautgedichtlern«, wie er uns im Begleitschreiben
zu seiner Übersetzung wissen läßt. - Heinz Gültig, nach
(was)
Übersetzung (ins Joycische) Seltsames Leben, das Leben der Fische!... Ich habe nie verstehen können, wie man so leben kann. Die Existenz des Lebens in dieser Form beunruhigt mich über jeden anderen Tränenanlaß hinaus, den die Welt mir auferlegen kann. Ein Aquarium birgt für mich eine ganze Reihe glühender Zangen. Heute nachmittag habe ich das besichtigt, auf das der Zoologische Garten der Auslandsstadt so stolz ist. Erschüttert blieb ich dort, bis die Beamten mich fortjagten.
Lachseltsames Leben, das Leben der Fische. Fichtre! Ich
habe ich schabe nie nu ferschtän gönnen Wiemann sohle Bebenkanne. Fish-tre.
Ja.P.S.! Seine Echsistenz Inder vor Mann dauernd quallt milch, dumme Taff-Morph-Fose,
gips Dachau noch Reh in Kar-Nation? Wieland etwas Wahn Unwohlsein Kuh? Achs
ist Stenz! Die Meta? Ne Mohr-Fose. Hu hu, Mohr! Son Hummer! Sohn Hammer! Wiese
O? Die Lampe rette? Iwo, Soldat senden. Im Akurarium. Im Aku, Ari, um .. .?Ah,
Kuh, arum rirum Löffelstiel. Ei, na, Aquavit, Rum, Birke, formidabel, eine Gans
erreichte Glykose den Zahn gen hoi hoi Tee-nachst mit Tag, ha, to be fish, da,
da spesensichtig, tauf das, der Zoo, logisch, Descartes, Ende raus, Land und
Stadt, SOS Polizist. Faß Hund n Wattemann. Was, Herr Mann? Faß ums Los, Fernweh,
oh wei, Fisch, Dorsch, Biß, Mistvieh, Diebe, am Tenakel wehklagten. O Flosse
oh nä Wieder Widder wie? der? Kehr, Merduse. Meer lahm, mehr lang, Merlan, Meerlu,
mer loup, see wohl Seewolf. - Raymond Queneau: Striche,
Zeichen und Buchstaben. München 1990
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