nhold
Nun geschah es, daß ein soldat des churfürstlichen leibregiments
irgend eines vergehens schuldig wurde, die strafe fürchtend in die wälder
flüchtete und von dort aus, zum schrecken der umliegenden dörfer, aus diesen
seinen tribut an eßmitteln, branntwein und schönen jungfrauen
einfoderte, den widersatzlichen hauswirten aber die anwesen mit samt den dächern
über dem kopf ansteckte und lustig verbrennen ließ. Diese taten trugen ihm in
kurzer zeit einen großen und gefürchteten namen ein.
Man nannte ihn den waldmeister, den schweinstod, den mädchenfraß und endlich
sogar den schwefelfürsten, was immerhin als ein beachtlicher titul angesprochen
werden darf.
Solches blieb auch dem landesherrn nicht auf die lange dauer verborgen und er dachte: »Wann einer das recht hätte, ein schwefelfürst zu sein, so wärs ich! Und so ichs nun einmal nicht selber bin,solls auch kein zweiter sein.« Aus diesen und anderen erwägungen heraus bestimmte er also, daß man den waldmeister auf todt oder leben in verhaft brächte. Sofort wurde ein halbes regiment nach jener heimgesuchten gegend gesandt, der tiefe wald umzingelt und an vn selten angezündet, nachher von bluthunden, tambours und husaren durchkämmt, und es war kein wunder, daß der schlechte mensch gegen abend gefangen war. An händ und füßen gefesselt brachten sie ihn in die nächste amtmannei.
»Du stehst hier vor dem amtmanne«, sagte der amtmann, »darum frage ich dich auf ehr oder unehr: bistu der gesuchte waldmeister, schweinstod, branntweinengel, sowie mädchenfraß?«
»Ich bin derjenige«, antwortete der schwefelfürst, »der wegen eines geringen
vergehens dem leibregiment sein durchlaucht den dienst hat aufsagen müssen,
daher auch die wälder zu seinem lebensunterhalte erwählte und aus bitterster
notdurft den umliegenden bauern einen kleinen tribut an eßmitteln, branntwein
und schönen jungfrauen auferlegte.« -
(
hus
)
Unhold (2) Elben, auch Holderchen, Unholde,
böse oder auch gute Dinger genannt, Früchte des sexuellen Umgangs der Hexen
mit dem Teufel oder seinen Dämonen. Es sind raupenähnliche
Wesen, verschiedenfarbig, am häufigsten vielleicht weiß mit schwarzem Kopf.
Sie haben spitzige Schnäbel und werden mit Brot ernährt. - (
erot
)
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