arantella Im Volksmund gilt das räuberische Tier als ausgesprochen giftig. Aber das ist eigentlich Rufmord, dem wir hier energisch entgegentreten wollen. Mit seiner Größe von etwa zwei bis drei Zentimetern ist das Krabbeltier zwar nicht sonderlich beeindruckend, aber es produziert tatsächlich Gift. Normalerweise begegnet man dem in Europa lebenden Insektenjäger auch nicht gerade auf Schritt und Tritt, da es verborgen in Erdhöhlen lebt, die es nur nachts verläßt. Wird ein Mensch gebissen, so können Schmerzen und Entzündung schon unangenehm sein, doch tödlich ist das Gift nicht. - Im Mittelalter entstand in einer südeuropäischen Stadt ein eigenartiger Mythos um diesen »Giftzwerg«. Immer wieder kamen Reisende, die gebissen worden waren, in die Stadt. Sie verfielen in Zuckungen und Bewegungen, die dem Veitstanz ähnelten. Priester heilten die Kranken, indem sie ihnen stundenlang auf der Geige zum Tanz vorspielten, bis sie erschöpft zusammenbrachen. Danach pflegten mitleidige Seelen die Genesenden einige Tage lang, bis sie geheilt waren und weiterreisen konnten.  - (nat)
 
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