Teufel, weinender  Dantes Luzifer ist nicht der grinsende und hohnlachende Luzifer, wie andere ihn sahen. Sein Luzifer weint: „mit sechs Augen weint er". Sicherlich weint er nicht über das Schicksal der drei Bösewichte, die er gerade frißt. Er weint über sich selbst, über sein böses Los, vielleicht über den Anblick des Schmerzes, der ihn umgibt; vielleicht weint er aus Wut, vielleicht aber auch aus Gewissensqual über seine wahnsinnige Auflehnung. Und das Weinen ist doch immer ein Zeichen von Feingefühl und Vornehmheit. Luzifer hat also in Dantes Beschreibung nicht jeglichen Abglanz und jegliche Spur der alten Vornehmheit seiner Natur verloren. Und daß Dante sich darin nicht irrt, wird von einem gelehrten Kirchenfürsten, dem Kardinal Ildefonso Schuster, Erzbischof von Mailand, bestätigt. „Der Dämon" — schreibt er — „ist ein Geist, der nichts vom Adel seiner Natur verloren hat."  - Giovanni Papini, Der Teufel. Anmerkung für eine zukünftige Teufelslehre. Stuttgart 1955
 
 

Weinen Teufel

 

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