
Stilleben (2) Auf einer dunklen Fläche steht ein wenig schräg, doch aufrecht im Zuschnitt seines Rahmens ein zerbrochener, beziehungsweise durchstoßener Spiegel, dem etwa die Hälfte seines Lichtes fehlt. Die angesplitterte Bruchlinie verläuft diagonal von der oberen linken zur unteren rechten Ecke. Der verblaßte Goldrahmen besteht aus stufenartig abfallenden Leistchen. Von dessen Basis ausgehend befindet sich im Vordergrund ein hingeworfener roter Lappen, dessen träge Drapierung sich dem Betrachter zuwendet. An den Seiten zwei kleine dunkelblaue Schalen, in der rechten eine einzige fast verwelkte Blume, die ihren Kopf über den Rahmen neigt, in der anderen ein trockenes, schütteres fahlrotes Kraut. Im Hintergrund erkennt man durch den Spiegel hindurch einen dämmerigen, stürmischen violetten Himmel, von dem eine Schar Raben herunterstößt, deren erste bereits in dem Rahmen gefangen zu sein scheinen.
Sinnlos, es zu kaschieren: der Spiegel ist eine
Tür mit ihrer Schwelle und
ihren Stufen, die Bruchlinie ein Blitz, der rote Lappen
eine Blutlache, das getrocknete Kraut ein Totenfeuer, und die Raben
eilen zum Tod der Blume. - Tommaso Landolfi, Ombre. Nachbemerkung zu T.L.,
La biere du pecheur. Das Bier des Fischers oder Die Bahre des Sünders.
Reinbek bei Hamburg 1994 (zuerst 1953)
Stilleben (3)
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Mein Begräbnis Nun als Krämer gekleidet In meinem Sarge gähn ich, ein toter |
- Rafael Alberti, nach (mus)
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