eine  Zehn Jahre war meine große, meine einzige, meine alles verzehrende Leidenschaft die Seine. Ah! der schöne, stille Strom, wie reich an Bildern und Gestank, an Wundern und Unrat! Ich liebte ihn so sehr, glaube ich, weil er mir zum Sinn des Lebens geworden war. Ah! diese Fahrten entlang den blühenden Ufern, und meine Freunde, die Frösche, die sich den Bauch auf einem Seerosenblatt kühlten und träumten, und die Wasserlilien, kokett und schlank im feinen, hohen Gras, die mir unter einer Weide plötzlich ein japanisches Albumblatt aufschlugen, wenn der Eisvogel vor mir floh wie eine blaue Flamme! Wie liebte ich das alles mit der instinktiven Liebe der Augen, die als kreatürliche und tiefe Freude sich meinem ganzen Körper mitteilte.

Wie andere an Liebesnächte, so habe ich Erinnerungen an Sonnenaufgänge im Morgennebel, an die schwebenden, treibenden Dünste, weiß wie Totengewänder vor Tag, die dann beim ersten Sonnenstrahl, der über die Wiesen glitt, sich rosig illuminierten zum Herzentzücken; und ich habe Erinnerungen an den Mond, der das schauernde, flutende Wasser mit einem Licht versilberte, aus dem Träume erblühten.

Und all das - Symbol der ewigen Illusion - entwuchs für mich dem fauligen Wasser, das den Schlamm von ganz Paris nach dem Meer schleppt. - (nov)

Strom
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