chmerz  Im höchsten Schmerz tritt zuweilen eine Paralysis der Empfindsamkeit ein. Die Seele zersetzt sich. Daher der tödtliche Frost, die freye Denkkraft, der schmetternde unaufhörliche Witz dieser Art von Verzweiflung. Keine Neigung ist mehr vorhanden; der Mensch steht wie eine verderbliche Macht allein. Unverbunden mit der übrigen Welt verzehrt er sich allmählig selbst, und ist seinem Princip nach Misanthrop und Misotheos. - Novalis, Blüthenstaub (1798) 

Schmerz  (2)  Wenn ich Rentner wäre, mit einer Rente von fünfzigtausend Francs, versteht sich, dann dächte ich vielleicht anders. Vorläufig aber bin ich der Meinung, der Mensch sei eine Maschine, die eigens dafür geschaffen worden ist, Schmerz zu empfinden; der Mensch hat nur fünf Sinne, um das Wohlbefinden wahrzunehmen, für den Schmerz dagegen ist er an der ganzen Oberfläche seines Körpers empfänglich; wo man ihn sticht, blutet er; wo man ihn brennt, bildet sich eine Blase: Die Lungen, die Leber, die Eingeweide vermögen ihm keinerlei Genuß zu verschaffen; und dennoch entzündet sich die Lunge und macht ihn husten; die Leber schwillt an und läßt ihn fiebern; die Därme verschlingen sich und verursachen Koliken. Ihr habt nicht einen Nerv, nicht einen Muskel, nicht eine Sehne unter der Haut, die euch nicht vor Schmerz schreien lassen könnten.  - Clauder Tillier, Mein Ohkel Benjamin, nach (enc)

Schmerz  (3)
 
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