Paarung

 Ruderfußkrebse bei der Paarung

- Aus: Der Spiegel, seinerzeit

 Paarung (2) Manche sagen, daß zuerst Dunkelheit war und daß Chaos der Dunkelheit entsprang. Aus der Paarung von Dunkelheit und Chaos entsprangen die Nacht, der Tag, Erebos und die Luft.

Aus der Paarung der Nacht mit Erebos entsprangen Verderben, Alter, Tod, Mord, Entsagung, Schlaf, Träume, Zwietracht, Elend, Ärger, Nemesis, Freude, Freundschaft, Mitleid, die drei Schicksalsgöttinnen und die drei Hesperiden.

Aus der Paarung von Luft und Tag entsprangen Mutter Erde, der Himmel und das Meer.

Aus der Paarung zwischen Luft und Mutter Erde entsprangen Schreck, Handwerk, Zorn, Hader, Lügen, Flüche, Rache, Maßlosigkeit, Streit, Vertrag, Vergessen, Furcht, Stolz, Schlacht; auch Okeanos, Metis und die anderen Titanen, Tartaros und die drei Erinyen oder Furien.

Aus der Paarung von Erde und Tartaros entsprangen die Riesen.  Aus der Paarung des Meeres und seiner Flüsse entsprangen die Nereiden. Aber noch gab es keine sterblichen Menschen. Da formte sie Prometheus, Sohn des Iapetos, mit der Zustimmung der Göttin Athene, den den Göttern ähnlich. Er verwendete Lehm und Wasser aus Panapeus in Phokis, und Athene atmete Leben in sie. - (myth)

Paarung (3)  Wir möchten uns an dieser Stelle recht herzlich bei Herrn Dr. Florian Seiffert bedanken, der im Jahre 2002 die Untersuchung über die Verbreitung der Steinlaus in wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland (pdf Datei der Untersuchung) durchgeführt hat. Bei den gefundenen Exemplaren der Steinlaus in wissenschaftlichen Bibliotheken Trier, Frankfurt am Main und Bonn konnten wir bei den Weibchen einen Legeapparat nachweisen, der aus einem Paar Gonaphysen des siebten und zwei Paar des neunten Segments gestaltet ist. Ein intaktes Männchen zur Untersuchung des männlichen Begattungsorgans liegt uns bisher nicht vor. Allerdings konnten wir in der Bonner UuLB (Universitäts- und Landesbibliothek) das Paarungsverhalten beobachten. Wir nehmen an, dass die Männchen durch spezielle Geruchsstoffe von den Weibchen angelockt werden. Das Männchen tanzt mit gesenktem Kopf und ausgebreiteten Flügeln im zick-zack vor dem Weibchen und stößt mit dem Kopf auf den Hinterleib des Weibchens. Ist dieses begattungsbereit so steht sie still und das Männchen kann seinen Körper unter den des Weibchens schieben und eine Vereinigung der Kopulationsorgane findet statt. Anschließend entfernt sich das Weibchen und legt zumeist in Buchrücken dickerer Bücher ein Gelege von 50 – 150 Eiern. Da einige Zeit zwischen der Begattung und der Eiablage vergeht, schließen wir daraus, dass beim Weibchen eine Form der Spermienspeicherung zu finden ist. Wir erhoffen in der nächsten Zeit durch die gute Zusammenarbeit mit den deutschen Bibliotheken weitere Exemplare zu finden und dieses Phänomen genauer untersuchen zu können, ein Vorhandensein eines Receptaculum seminis wird diskutiert. - Wikipedia

 Paarung (4)  Im offenen Innenhof sind zwei Schildkröten: Männchen und Weibchen. Klack, klack, schlagen die Schildplatten aufeinander. Es ist Paarungszeit. Herr Palomar späht im Verborgenen.

Das Männchen bedrängt das Weibchen, treibt es mit Scitcnstößen rings um das kleine Rasenrondell. Das Weibchen scheint sich gegen den Angriff zu wehren, zumindest setzt es ihm eine gewisse Trägheit entgegen. Das Männchen ist kleiner und viel aktiver, man möchte fast sagen, ein junger Heißsporn: Immer wieder versucht er, die Partnerin zu besteigen, aber ihr Rückenpanzer ist steil und er gleitet ab.

Jetzt müßte es ihm gelungen sein, sich in die richtige Position zu bringen: Er preßt sich an sie und drückt sie mit rhythmischen Stößen, hält inne, drückt weiter; bei jedem Stoß entfährt ihm ein fiepsiges Keuchen, beinahe ein Schrei. Sie stemmt die Hinterbeine fest auf den Boden, so daß sich ihr Hinterteil hebt. Er scharrt mit den Vorderfußen auf ihrem Panzer, reckt den Hals und hängt japsend über ihr. Das Problem mit diesen Schildpanzern ist, daß sie keinen Halt bieten, und im übrigen können die Füßchen nicht greifen.

Jetzt läuft sie ihm weg und er hinterher. Nicht daß sie geschwinder wäre oder besonders entschlossen, ihm zu entkommen: Er schnappt mit dem Maul nach ihr, um sie zu halten, beißt sie ein paarmal leicht in ein Beinchen, immer ins selbe. Sie wehrt sich nicht. Jedesmal wenn sie stehenbleibt, versucht er wieder, sie zu besteigen, aber dann macht sie ein Schrittchen nach vorn und er gleitet ab, so daß sein Glied auf den Boden schlägt. Es ist ein ziemlich langes Glied, fast hakenförmig gebogen; so wie es aussieht, möchte man meinen, er müßte sie damit eigentlich ganz gut erreichen können, trotz der störenden Panzer und der mißlichen Position. Daher kann man nicht sagen, wie viele seiner Vorstöße wohl gelingen, wie viele danebengehen und wie viele bloßes Spiel sind, Theater.

Es ist Sommer, der Hof ist kahl bis auf einen Jasminstrauch in einer Ecke. Das Liebesspiel besteht darin, immer wieder das Rasenrondell zu umkreisen, mit Verfolgungen, Fluchten und kleinem Geplänkel nicht der Füßchen, sondern der Panzer, die dumpf aneinanderklacken. Schließlich versucht das Weibchen, sich zwischen die Stämmchen des Jasmins zu verkriechen. Es glaubt wohl (oder gibt vor), sich dort zu verstecken, aber in Wirklichkeit ist das der sicherste Weg, sich von dem Männchen stellen zu lassen, ohne noch einen Ausweg zu finden. Jetzt dürfte es ihm gelungen sein, das Glied richtig einzuführen, aber diesmal verharren die beiden reglos und still. - (calv)

Fortpflanzung Beischlafsucht
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