NNNasenwissenschaft  Im Gegensatz zum Auge, dem intellektuellsten der fünf Sinne, das achtzig Prozent der Sinnesvorgaben aufnimmt, ist die Nase das wildeste, primitivste, animalischste Sinnesorgan. Während das Auge uns Orientierung verleiht und uns mehr voraussehend als sehend aus der Entfernung leitet, befindet sich die Nase ganz im Unmittelbaren, in der Nähe des Intimen und im Augenblick; ein Index, der vorn herausragt. - Aus: Jean Clair, Giacomettis Nase. Berlin 1998

Nasenwissenschaft (2)  Untersuchungen an Mischpopulationen wurden von Fischer und Rodenwaldt durchgeführt. In diesen kommen die Merkmale in ihren Extremformen nebeneinander vor. Fischer (1913) untersuchte die Rehobother Bastards und fand dabei , daß zwar alle Abstufungen zwischen diesen Extremen vorkommen, die Nasen aber meist "in sich einigermaßen harmonische Formen" aufweisen.

Rodenwaldt (1928) kam aufgrund seiner Untersuchungen bei den Mestizen auf Kisar zu dem Ergebnis, daß für Nasenwurzel, Nasenrücken und Nasenindex eine korrelierte Tendenz zur Verwirklichung sowohl extrem europäischer wie extrem kisarischer Formen besteht.

Hilden (1928) vermutete eine Polymerie für den Nasenindex, da alle möglichen Kombinationen, z.B. zwischen Höhe und Breite der Nase vorkommen.

Reiter (1934) erkannte, daß zwischen den Nasenmerkmalen zwar Korrelationen bestehen, die jedoch meist nur mehr oder minder starke Tendenzen des gemeinsamen Vorkommens, fast nie überwiegende Abhängigkeit der Merkmale voneinander besagen.

Salier et. al. (1934) folgerten, daß innerhalb größerer Komplexe engere Korrelationen bestehen. Z.B. die enge Verknüpfung der Nasenhöhe mit der morphologischen Gesichtshöhe.

J. Weninger (1940) beschrieb die physiognomischen Merkmale der äußeren Nase. Er fand die Altersveränderungen besonders stark auffallend. An der Nase des Kleinkindes bemerkte er viele Einzelheiten (Dicke des Septums und der Flügel, Tiefe der Spitze, Beschaffenheit des Lochrandes, Lochbegrenzung an der Spitze, Flügelansatz an der Wange und an der Hautoberlippe), die mit der Weiterentwicklung in einen erkennbaren Gleichmaß Schritt halten oder sogar unverändert bleiben. In späteren Alter beobachtete er ein Breiterwerden und Senken der Nasenspitze.

Schade (1954) beschrieb lehrbuchartig die anthropologisch-erbbiologische Vaterschaftsbegutachtung. Die morphognostischen Merkmale werden dabei für den Ähnlichkeitsvergleich beschrieben.

Weidel (1956) untersuchte die korrelativen Beziehungen von 26 deskriptiven Merkmalen der Nase an 1097 Personen aus Württemberg im Alter von 2-71 Jahren. Er konnte in 23 der 130 möglichen Kombinationen gesicherte Korrelationen nachweisen, was hochsignifikant mehr ist als durch Zufall allein zu erwarten, nämlich 7 der Kombinationen.

Martin & Salier (1957) gaben Richtlinien über die Meßtechnik für die Nasenmerkmale.

Ziegelmayer (1969) faßte in seiner Arbeit die Anatomie der Nase und die bisher vermuteten erblichen Zusammenhänge zusammen. Er wies darauf hin, daß offenbar multifaktorielle Systeme vorliegen. -  Jutta Tscherter, Variabilität und Heritabilität topologischer Merkmale der menschlichen Nase. Diss. Ulm 1991

Nase Forschung Shandyismus
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