analratte
Strotter wurden in den letzten Jahren in den Kanalanlagen keine mehr angetroffen. Sie
hielten sich in wirtschaftlichen Krisenzeiten der Vorkriegsjahre im Kanalnetz
auf, fischten nach Fett für die Seifenerzeugung und suchten nach verlorenen
Wertgegenständen mit Hilfe von Netzen und Sieben. Es ist anzunehmen, daß zumindest
ein Teil von ihnen ihren Lebensunterhalt mit dieser Tätigkeit zu fristen versuchte.
Die Strotter waren den Kanaltrupps und der Magistratsabteilung (MA) 30 (Kanalbetrieb)
bekannt und wurden geduldet, da sie durch Konfidentendienste ihren Teil zur
Überwachung des Kanalnetzes beitrugen. Auf Grund der bekannten Geburtsdaten
sind sie bereits ausgestorben. "Neuzulassungen" werden nicht erteilt. Zu den
Ureinwohnern des Wiener Kanalnetzes gehören die Ratten. Sie kennen die schweren
Schritte der hüfthoch stiefelbewehrten Männer der Kanaltrupps und versuchen
der für sie tödlichen Begegnung — meist vergeblich — auszuweichen. Die fortschreitende
Modernisierung der Kanalanlagen — Neubauten nur mehr aus Beton — lassen die
Ratten in den alten Ziegelkanälen zurück. - (net)
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