undebandwurm   Der Hundebandwurm, dieser Parasit, benutzt, bevor er den Hund befällt, Huftiere wie das Schaf als Zwischenwirt. Er nistet sich als sogenannte Finne in der Leber des Schafes ein und wächst sich, sobald der Hund die Leber gefressen hat, im Darm des Hundes zu einem geschlechtsreifen Bandwurm aus. Der geschlechtsreife Bandwurm erzeugt Eier, die mit dem Hundekot ausgeschieden werden. Wenn die Eier von einem Schaf aufgenommen werden, schlüpft im Darm des Schafs eine Larve, die in das Schaf eindringt, sich in der Leber festsetzt und dort die schon erwähnte Finne bildet, eine flüssigkeitsgefüllte Blase. Die Larve kann aber auch in das Gehirn eindringen und dort eine Finne bilden. In diesem Fall sind die Folgen für den Zwischenwirt sehr viel schlimmer. Der Bewegungsapparat wird beeinträchtigt, das Schaf beginnt unkoordiniert zu torkeln. Die Bauern Osteuropas hatten eine einfache Behandlungsmethode dafür. Sie versuchten, die Finne mit dem Messer zu entfernen, was die Tiere allerdings nur in seltenen Fällen überlebten. Erst durch regelmäßige Wurmkuren bei Hunden konnte diese Krankheit so gut wie ausgerottet werden.

Inzwischen hat sich herausgestellt, daß die Larven des Hundebandwurms sich auch in menschliche Gehirne einnisten können und dort ihre blasenförmigen Finnen bilden. Zwar gibt es nur wenige Beispiele dafür, aber es besteht durchaus die Möglichkeit, daß diese Krankheit bei unseren prähistorischen Vorfahren, die mit ihren Tieren eng zusammenlebten, wesentlich häufiger auftrat. Michael Ryder, ein Prähistoriker, der sich mit der Entwicklung der Viehhaltung beschäftigt, vertritt die Ansicht, »daß der Mensch ursprünglich der einzige Zwischenwirt für die Larve des Hundebandwurms gewesen ist«. Das Schaf sei erst dann ins Spiel gekommen, als es der Mensch domestizierte. Diese Theorie wird durch den 1984 erschienenen Bericht eines Pathologen über die ägyptischen Mumien im Manchester-Museum in England erhärtet: Im Gehirn einer dieser Mumien fanden sich zahlreiche Finnen von Hundebandwürmern, Aus der medizinischen Literatur ist bekannt, daß sich die Finnen im Gehirn ihrer Zwischenwirte stark ausdehnen können, was zu schweren Kopfschmerzen führt, manchmal auch zu Blindheit, zu Ohnmachtsanfällen und zum Tod. - (erf)

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