eilheit
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- Robert Crumb, Head Comix 1979
Geilheit (2) Vom Kaiser Caligula lesen wir, daß er von allen seinen Frauen Cezonnia liebte, nicht wegen ihrer Schönheit, auch nicht wegen der Blüte der Jahre, denn sie war darin schon weit vorgeschritten, sondern wegen ihrer großen Geilheit und Unzucht, die in ihr steckten, und wegen der großen Geschicklichkeit, die sie in deren Ausübung besaß und die ihr die Jahre und eine lange Praxis verliehen hatten; er mied alle anderen Frauen, auch wenn sie schöner und jünger waren als diese; gewöhnlich führte er sie im Heer mit sich, als Mann gekleidet und bewaffnet, sie ritt auch, Seite an Seite mit ihm, ja er zeigte sie oft seinen Freunden ganz nackt und ließ sie ihre geschmeidigen und hurerischen Tricks sehen.
Das Alter mußte also ihre heiße Brunst nicht herabgemindert haben, da sie ihm solche Liebe entlockte. Bei all dieser großen Leidenschaft aber konnte er sich doch sehr oft nicht enthalten, wenn er sie umarmte und ihren schönen Busen berührte, ihr in seinem Blutdurst zu sagen: »Das ist eine schöne Brust, aber es steht auch wohl in meiner Macht, sie abzuschneiden.«
Die arme Frau wurde später mit ihm zugleich durch einen Schwerthieb
durch den Leib von einem Centurio getötet, und ihre Tochter, die doch für
die Schlechtigkeit ihres Vaters nichts konnte, wurde gegen eine Wand geschleudert
und aufgeknüpft. - (brant)
Geilheit (3) Als Hoke vor dem Haus parkte, kam Mr. Ferguson mit seinem Hund, einem struppigen, schwarz-honigfarbenen Airedale, heraus. Kaum war Hoke ausgestiegen, umklammerte der sabbernde Hund seinen rechten Oberschenkel fest mit beiden Vorderbeinen, bohrte ihm die nasse Schnauze zwischen die Beine und fing an, Hokes Bein in geübtem, zielstrebigem Rhythmus zu rammeln. Mr. Ferguson, ein rotgesichtiger, rothaariger Mann von Anfang Vierzig, der trotz der knapp dreißig Grad eine schwere graue Strickjacke trug, zündete sich mit einem Haushaltsstreichholz seine Pfeife an.
Hoke versuchte, den Hund abzuschütteln. »Ms. Westphal von der Homesitter-Agentur schickt mich.«
»Ich weiß«, sagte Mr. Ferguson, als er seine Pfeife in Gang gesetzt hatte. »Sie hat mich angerufen. Kommen Sie rein.« Mr. Ferguson drehte sich um und ging auf die Haustür zu, und Hoke gelang es, den liebestollen Airedale mit einem gemeinen Tritt wegzuschleudern, als Mr. Ferguson ihm den Rücken zugewandt hatte. Aber der Hund schoß pfeilschnell durch die Tür, ehe Hoke sie schließen konnte. Kaum hatte Hoke die Tür zugemacht, hing der Hund wieder an ihm, die Vorderbeine wie ein Schraubstock um Hokes rechten Schenkel gekrallt. Hoke zog seinen Revolver.
»Wenn Sie mir das Tier nicht vom Leibe schaffen, werde ich es erschießen.«
»Ist nicht nötig«, sagte Mr. Ferguson. »Rex! Auf den Tisch, mein Junge!«
Sofort ließ der Hund Hokes Bein los und sprang auf einen Stuhl und von
dort auf den Küchentisch, auf dem immer noch das schmutzige Geschirr von
Mr. Fergusons Mittagessen stand. Mr. Ferguson langte dem Hund zwischen
die Beine, dicht über den roten, bleistiftgroßen Penis. »Der alte Rex wird
geil, wenn er hier ohne ein Weibchen leben muß, aber wenn Sie ihm ein-
oder zweimal täglich einen runterholen, bleibt er ziemlich brav.« Der Hund
spritzte ab, und Ferguson wischte den Tisch mit einer Papierserviette ab.
Rex sprang auf den Stuhl, dann auf den Boden und verzog sich auf ein Cordsamtkissen
unter dem Herd. - Charles Willeford, Neue Hoffnung für die Toten.
Berlin 2002 (zuerst 1985)
Geilheit (4) Die, welche bei Leibesleben unzüchtig
denken und alles, was andere reden, ins Unzüchtige verkehren, auch das
Heilige, und zwar auch noch als Erwachsene und als Greise,
da doch keine natürliche Lüsternheit mehr dazu anreizt, lassen auch im
anderen Leben nicht ab, so zu denken und zu reden. Und weil dort ihre Gedanken
sich mitteilen, und zuweilen bei anderen Geistern zu unzüchtigen Darstellungen
werden, woraus dann Ärgernisse entstehen, so ist ihre Strafe, daß sie vor
den Geistern, die sie verletzt hatten, waagrecht hingeworfen und wie eine
Rolle von der Linken zur Rechten schnell herumgewälzt werden, hernach schief
in anderer Lage, und so wieder in einer anderen, nackt vor allen, oder
halbnackt, je nach der Beschaffenheit ihrer Geilheit, und zugleich
wird ihnen Scham eingejagt. Dann werden sie mit Kopf und Füßen überzwerch
wie eine Achse umgedreht; es wird ihnen ein Widerstreben
beigebracht und zugleich Schmerz; denn es wirken zwei Kräfte, eine rundum
und die andere rückwärts; so geschieht es denn mit schmerzhafter
Verziehung. Wenn dies vorüber ist, so wird ihnen Gelegenheit gegeben, sich
dem Anblick der Geister zu entziehen, und ihnen Scham eingeflößt. Es gibt
aber gleichwohl solche, die sie versuchen, ob sie noch auf dergleichen
bestehen. Solange sie aber im Zustand der Scham und des Schmerzes sind,
hüten sie sich davor. So sind sie für sich verborgen, obwohl sie wissen,
wo sie sind. - Emanuel Swedenborg, Die himmlischen Geheimnisse
Geilheit (5) Wenn
Du wüßtest, was für Lust ich habe, Liebe zu machen, das ist unvorstellbar. Jeden
Augenblick die Versuchung des heiligen Antonius, Deine geliebten Titten, Deine
prachtvollen Arschbacken, Deine Schamhaare, Dein
Hinterloch, das so lebhafte, so süße und so feste Innere Deiner Möse,
ich verbringe meine Zeit damit, daran zu denken, an Deinen Mund, an Deine Nasenlöcher.
Eine wahre Folterqual. Es ist unfaßbar, wie sehr ich dich begehren kann. Unvorstellbar,
wie Du mich meine früheren Geliebten hast vergessen lassen. Dabei waren sie
hübsch. Nun sehe ich sie nur noch als Sch.. .e. Die Engländerin,
die ganz toll war, blond wie der
Mond, mit tollen Brüsten, prall, fest und aufgerichtet, die steif wurden, sobald
man sie berührte, und sie geil machten, gewaltige, wundervolle Arschbacken und
eine entzückende schmale Taille. Sie ist nichts mehr. Marie L., entzückend gebaut,
einer der dicksten Hintern der Welt, in den ich mit beißender Lust hineinstieß.
Sie ist nur noch Dreck. Du allein, meine über alles geliebte Lou, meine liebe
Gefangene, meine liebe Ausgepeitschte, Du allein existierst. Meine Lou, ich
erinnere mich an unsere tolle 69 in Grasse. Wenn wir uns wiedersehen, fangen
wir wieder damit an. Wenn das so weitergeht, frage ich mich, ob ich mich Dir
zu Ehren nicht auch selbst befriedigen soll. -
(apol)
Geilheit (6) Diese lustrende Begier reitzet das erhitzte Blut wider jedes Stands Gebühr / daß man blinde Sünden thut. Sie hegt unreine Flammen unreine Worte im Mund / steht auf der Schande Grund / und von der Sünde Stammen erwächset arge Frucht. Geilheit ist der Höllen Weg / ferne von der Tugend Steg : der erste Tritt ist frecher Lust / der zweyte heist Will und Verlangen / der dritte würcklich das Erlangen / was die mit Reue wird bewußt. Ein Werck der Finsterniß bestrafft mit GOttes Zorn. Die Besteckung zuzudecken mühet sich der scheut das Liecht / Der so manche Lügen dicht seinen Fehler zu verstecken. Es will das Werck der Nacht in der Nacht verübet seyn.
Die Geilheit malet man mit einem Spiegel / auf
ihrem Haubt ist ein Sperling / neben ihr eine Geis / und unter ihren Füssen
das reine Arrmelin Thierlein. - (hrs)
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