ußtritt
Dem Kosmos einen Tritt! VIVE LE RASTA!!!
- (ser)
Fußtritt (2)

- Tomi Ungerer's Kompromisse. Zürich 1982 (kunst-detebe
26070, zuerst 1970)
Fußtritt (3)

- Charles M. Schulz, You're the greatest, Charlie Brown. London
1971 (Hodder Fawcett Coronet Books, zuerst ca. 1963)
Fußtritt (4) Gleich am ersten Abend wurde die Lage unhaltbar; Elisabeth wollte baden, Paul ebenfalls. Ihre kalte Wut, ihre Schliche und Tücken, die zugeknallten Türen, die unversehens wieder aufgerissen wurden - dies alles lief zuletzt darauf hinaus, daß sie gemeinsam in die Wanne stiegen. Dieses kochende Bad, in dem Paul wie eine Alge herumschwamm und vor Vergnügen kreischte, brachte Elisabeth zur Verzweiflung, leitete eine Ära der gegenseitigen Fußtritte ein.
Die Fußtritte wurden am anderen Morgen bei Tisch fortgesetzt. Über dem Tisch sah der Onkel nichts als lächelnde Gesichter. Unten aber tobte ein heimlicher Kampf.
Dieser Krieg der Füße und Ellbogen war nicht der einzige Grund einer
allmählichen Verwandlung. Der Zauber
der beiden Geschwister begann zu wirken. Der
Tisch des Onkels wurde zum Mittelpunkt einer Neugier, die von allen Seiten
herüberlächelte. Elisabeth haßte jeden Umgang, sie verachtete die Anderen,
oder aber sie verstieg sich für jemanden von ferne in eine närrische Leidenschaft.
Bisher hatten diese Schrullen nur den jugendlichen Liebhabern und den Vamps
aus Hollywood gegolten, deren große Köpfe gleich
den bemalten Gesichtern von Statuen die Wände des Zimmers bedeckten. Das
Hotel bot ihr nicht die geringste Gelegenheit. Die Familien waren trübe,
häßlich, gefräßig. Schmächtige kleine Mädchen, die durch einen Klaps zur
Ordnung gerufen wurden, verrenkten sich die Hälse nach dem wundervollen
Tisch hinüber. Dank der Entfernung konnten sie dort, wie auf einer Bühne,
den Krieg der Beine und die ruhigen Mienen der Gesichter verfolgen. -
Jean Cocteau, Kinder der Nacht. Frankfurt am Main 1966 (BS 171, zuerst
1929)
Fußtritt (5) Es war keine leichte Sache für den Riesen Seachrán Salfhada, ihn zu bemerken; denn in des Riesen Augen war Fionn noch nicht einmal so groß wie ein dreijähriges Kind.
»Komm her, mein kleiner Bursche, und wärme dich!«
Fionn näherte sich, aber recht langsam, denn er hatte Furcht vor dem Riesen. Dieser hatte soeben einen großen Stier gekocht und lud ihn ein, davon zu essen.
»Vielleicht hast du Hunger?« fragte er.
Der Riese sagte ihm dann, daß es in kurzer Zeit zu einem großen Kampfe kommen würde zwischen ihm und seinem Bruder Glunreamhar. Er sprach wahr. Der Bruder kam unverzüglich und sagte:
»Schurke, warum hast du diesen Stier getötet?«
Sie begannen zu kämpfen. Fionn erklärte, daß er, wenn es nötig wäre, denjenigen unterstützen würde, der ihm zu essen gegeben hatte. Er erhob sich und zog sein Schwert; aber es gelang ihm nicht, einen höher gelegenen Teil als die Wade von Glunreamhar zu treffen. Da dachte der Riese, daß eine Biene ihn gestochen hätte, und er gab Fionn einen Fußtritt, der ihn bis an den Himmel schleuderte.
Erst wirbelte Fionn dort oben herum, dann stürzte er in das Horn des Tieres,
das in seinem Fette schmorte. Wenn er nicht hätte schwimmen können, wäre er
ertrunken. - (ir)
Fußtritt (6)

- N.N., nach: Alexander Kluge, Die Patriotin. Texte/Bilder 1-6. Frankfurt am Main 1979
Fußtritt (7)
- Aus: Hans Hillmann,Fliegenpapier. Nach Dashiell
Hammetts Kriminalgeschichte Flypaper. Frankfurt am Main
1990
Fußtritt (8) Ein Mann kauft eine Zeitung
am Ufer des Meers. Aus einem Haus, das auf der Gartenseite liegt, tritt ein
Soldat, dessen Hände elektrische Birnen sind. Von einem Baum steigt ein Riese,
der ist drei Meter hoch. Er schüttelt die Zeitungsverkäuferin, die aus Gips
ist. Sie fällt um und zerbricht. In diesem Augenblick kommt ein Richter hinzu.
Mit Rasiermesserhieben tötet er alle Umstehenden, während ein Bein, das vorüberhüpft,
den Richter mit einem Fußtritt unter die Nase totschlägt
und dazu ein hübsches Liedchen singt. - Guillaume
Apollinaire, Der gemordete Dichter. O.O., ca 1987 (zuerst 1916)
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