amenradfahren


Damenradfahren

- (forn)

Damenradfahren (2)  Wenn sie dort am Rande des Gebirges vorbeikamen, zogen die Brombeerbüsche ihre Dornen ein wie die Katzen ihre Krallen.

Es war ein sehenswertes Schauspiel: fünfzig schwarze Katzen und ebenso viele gelbe und dazu sie, und es war nicht sicher, ob sie ein Mensch war. Allein ihr Geruch ließ einen daran zweifeln, ein Gemisch wie aus Gewürzen und Wildfleisch, aus Pferdeställen und dem Pelzwerk der Gräser.

Stets auf einem Rad sitzend, fuhr sie über die schwierigsten Wege, durch Abgründe und zwischen den Bäumen hindurch. Jemand, der noch nie auf einem Rad gereist ist, könnte sagen, das sei sehr schwer, doch sie war daran gewöhnt.

Sie hieß Virginia Fur, hatte meterlanges Haar und riesige Hände mit schmutzigen Fingernägeln; trotzdem hatten die Bürger des Gebirges Respekt vor ihr, und auch sie begegnete ihnen und ihrer Lebensweise stets mit einer gewissen Achtung. Freilich waren die Bewohner dort oben Pflanzen, Tiere und Vögel, sonst wäre alles ganz anders gewesen, als es war. Natürlich wurde auch sie beschimpft und beleidigt, genauso heftig und in der gleichen Sprache. Sie, Virginia Für, wohnte in einem von den Menschen schon lange verlassenen Dorf. Ihr Haus hatte überall Löcher, die sie für den Feigenbaum, der in der Küche wuchs, in die Wände gebrochen hatte.

Außer dem Unterstellplatz für das Rad waren alle anderen Räume von den Katzen bewohnt; es gab insgesamt vierzehn Zimmer. Jede Nacht fuhr sie auf ihrem Rad hinaus, um zu jagen; trotz ihrer Achtung ließen sich die Tiere des Gebirges aber nicht so leicht töten, und so war sie gezwungen, sich mehrere Tage in der Woche von herrenlosen Hirtenhunden, manchmal auch von einem Schaf oder einem Kind zu ernähren, doch diese letztgenannte Speise war sehr selten, denn Menschen gab es kaum in diesem Winkel. - (wind)

Damenradfahren (3)

 -  Joop Moesman

Damenradfahren (4)

"I am an amateur of velocipedes"

- Leonora Carrington

Damenradfahren (4)

 - "Carlo"

Damenradfahren (5)

- N.N.

Damenradfahren (6)

- Apollonia Saintclair

Damenradfahren (7) Der lederne Sattel schmiegte sich an Simones Arsch, der zwangsläufig, durch das Auf und Ab der Beine, in Erregung geriet. Der Hinterreifen verschwand, so wie ich es sah, in der Spalte des nackten Hinterns der Radfahrerin. Die schnelle, kreisende Bewegung des Rades war im übrigen meinem Durst vergleichbar, jener Erektion, die mich bereits in den Abgrund des an dem Sattel klebenden Arsches zog. Der Wind hatte ein wenig nachgelassen, ein Teil des Himmels bedeckte sich mit Sternen; mir kam die Idee, daß der Tod der einzige Ausweg sei aus meiner Erektion, und wenn Simone und ich erst getötet wären, würden an die Stelle des Universums unserer Vision die klaren, reinen Sterne treten und in kaltem Zustand verwirklichen, was mir das Ziel meiner Ausschweifungen schien, eine geometrische Weißglut (unter anderem die , Koinzidenz von Leben und Tod, von Sein und Nichtsein), makellos funkelnd. Diese Bilder waren indes den Widersprüchen eines fortgesetzten Erschöpfungszustandes und einer absurden Steife des männlichen Gliedes verhaftet. Diese Steife konnte Simone wegen der Dunkelheit schwerlich wahrnehmen, zumal mein linkes Bein, wenn es in die Höhe schnellte, sie jedesmal verbarg. Dennoch schien es mir, als verdrehten sich ihre Augen in der Dunkelheit nach dieser Bruchstelle meines Körpers. Sie rieb sich mit immer größerer Heftigkeit an ihrem Sattel. Noch also hatte sie ebensowenig wie ich den durch ihre Nacktheit heraufbeschworenen Sturm ausgekostet. Ich horte ihr rauhes Stöhnen; sie wurde buchstäblich von der Lust heruntergerissen, und ihr nackter Körper wurde unter dem Geräusch von Stahl, der über die Kiesel schleifte, auf die Böschung geschleudert.

Ich fand sie leblos, mit herabhängendem Kopf: ein dünner Blutstrahl lief an ihrem Mundwinkel herunter. Ich hob ihren einen Arm hoch. Er hei zurück. Ich warf mich auf den leblosen Körper, bebend vor Entsetzen, und als ich sie umschlang, durchfuhr mich, obwohl ich mich dagegen wehrte, ein Krampf von Schaum und Blut, und meine Unterlippe verzog sich und stand von den Zähnen ab wie bei einem Idioten. Simone, die langsam ins Leben zurückkehrte, machte eine Bewegung, die mich weckte. Ich tauchte wieder empor aus der tiefen Betäubung, in die mich meine Niedergeschlagenheit in dem Augenblick, da ich glaubte, ihre Leiche zu besudeln, gestürzt hatte. Keine Verletzung, kein blauer Fleck zeichnete den noch immer nur mit einem Strumpfhaltergürtel und einem einzelnen Strumpf bekleideten Körper. Ich nahm sie in meine Arme und trug sie, ohne auf meine Müdigkeit zu achten, die Straße entlang. Ich ging so schnell, wie ich konnte (denn der Tag brach langsam an). Nur dank einer übermenschlichen Anstrengung war es mir möglich, das Haus zu erreichen und dort glücklich meine wunderbare Freundin lebend in ihr Bett zu legen.  - (obs)

Dame Radfahren
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