amenklo Hinter
der polierten Eichentür des Damen-WCs in den Geschäftsräumen der T. Wallace
Wooly, Inc., ließ sich ein leises, immer wieder anders klingendes Geräusch
vernehmen, das in einsamer Traurigkeit die hellen, sonnigen Einrichtungen erfüllte.
Wie ein wortloses Flüstern war es, wie die herbstliche Brise, die tote Blätter
zusammenweht - oder auch wie ein gelegentlich auftretendes Leck in einer Dampfleitung.
Wären Sie eine Sekunde stehengeblieben, um den Tönen zu lauschen - wobei wir
zu Ihren Gunsten annehmen wollen, daß Sie es nicht getan hätten -, so wären
Sie vermutlich nicht imstande gewesen, Herkunft und Bedeutung des Geräuschs
zu ermitteln; wer aber ein wenig länger hingehorcht hätte, der mußte es ohne
jeden Zweifel als Laut gewordenen weiblichen Kummer identifizieren. . . Es ist
nur gut, daß wir weder wissen noch ahnen können, wieviel hochgewachsene Blondinen
in jedem beliebigen Augenblick ihre nur allzu leicht lösliche Schönheit mit
Tränen mengen, mit kleinen Taschentüchern abwischen und dabei die Schulter an
die Wand des Damen-WCs lehnen. -
Thorne Smith, Meine Frau, die Hexe. Frankfurt am Main 1989 (Fischer-Tb., Bibliothek
der phantastischen Abenteuer, zuerst 1941)
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