amenbein
Ich hörte die Frage aufwerfen, welches Bein verlockender und verführerischer
sei, das nackte oder das bedeckte und beschuhte? Manche glauben, hier herrscht
nur die reine Natur, wenn das Bein mit der höchsten Vollendung gebildet
ist und der Schönheit entspricht, wenn es sehr
weiß, schön und sehr glatt ist und zur rechten Zeit in einem schönen Bett
gezeigt wird; denn wenn es sonst eine Dame in aller Nacktheit zeigen wollte,
beim Gehn oder anderswie, mit Sandalen an den Füßen, so würde sie, und
trüge sie die prächtigsten Kleider von der Welt, doch niemals für schön
und anständig gehalten werden, wie eine, die zuerst einen schönen Strumpf
aus farbiger Seide oder aus weißem Garn anhätte, wie man sie in Florenz
im Sommer trägt. Solche Strümpfe sah ich früher unsere Damen tragen, bevor
die seidenen stark bei uns aufkamen. Dann mußte er auch stramm angezogen
und gespannt sein wie ein Trommelfell und entweder mit Nadeln oder anderswie
angeheftet werden, wie es die Damen eben in ihrer Laune wünschten. -
(brant)
Damenbein (2)

-
Kliban
Damenbein (3)
- Acid. Neue amerikanische Szene. Hg. Rolf
Dieter Brinkmann, Ralf-Rainer Rygulla. Frankfurt am Main 1969
Damenbein (4)

"Here I am"
- Aus: Tomi Ungerer, Danse Macabre. Das Tintenfaß. 10. Jahrg.,
24. Folge. Zürich 1974 (Diogenes)
Damenbein (5) War es die Wirkung der beiden
Glas Wasser, die sie getrunken hatte? Sie streckte ihre Beine eins nach
dem anderen aus dem Bett, lange, dürre Beine, die bestimmt die Blicke der
Männer kaum anlockten, stand auf, und da sah Maigret erst, daß sie sehr
groß und fast bis zum Skelett abgemagert war. Wieviele Stunden mochte sie
damit verbringen, im Dunkeln durch die Straßen zu laufen oder in einem
Lokal zu sitzen, bis jemand anbiß? - Georges Simenon, Maigret im
Luxushotel. München 1977 (Heyne Simenon-Kriminalromane 59, zuerst 1942)
Damenbein (6)

- Aus: Songes
drolatiques de Pantagruel, 1565, nach (fisch)
Damenbein (7)

- The very best of Janis Joplin, 1983 Sony Music Entertainment
Germany
Damenbein (8) Sie bogen nach rechts, dann zwei Blocks weiter nach links in eine taghell erleuchtete Straße und hielten vor einem großen Haus mit blauer Stuckfassade. Die Messingknöpfe an der Uniform des schwarzen Portiers waren auf Hochglanz poliert. »Guten Abend!« Sein prächtiges Gebiß blitzte weiß.
Crane sprang aus dem Wagen und half Imago beim Aussteigen. Sie setzte einen Fuß auf das Trottoir, und Crane erhaschte einen kurzen Anblick ihres weißen Schenkels, von roter Seide und von kaltem, nadelscharfem Metall. Den Bruchteil einer Sekunde ließ sie sich gegen seine Brust sinken, ehe sie ganz auf die Straße trat. Sie roch nach Sandelholz. Mit dem Arm schob er sie leicht von sich. »Der Schmetterling hat einen Stachel«, sagte er.
Sie verzog keine Miene. »Manchmal muß man sich seiner Haut zu wehren wissen.«
»Wohl selten gegen Männer«, meinte Crane. - Jonathan Latimer,
Eine Leiche im Paradies. München 1983, zuerst 1937
Damenbein (9) Durch einen Sprung
in der Milchglasscheibe lugte ich vorsichtig ins Badezimmer.
Frau Jungmann, nackend, trocknete sich den Schenkel mit einem Badetuch ab, und
ihr im Fleischton dunkleres, kluges und geschärftes Gesicht hing über der weißlich-fetten,
kälbisch-unschuldigen, hoffnungslosen Wade wie ein Geier über einem Kalb. Und
es war darin ein erschrecklicher Gegensatz, es schien, als kreise ein Adler,
kraftlos, unfähig, das Kalb zu entführen, das jämmerlich gen Himmel blökt —
und doch war es Frau Jungmann, die auf hygienische und intelligente Art ihrem
plumpen Weiberbein zuschaute. Sie sprang auf, stellte sich in Positur, die Hände
in die Hüften gestützt, und machte eine halbe Rumpfdrehung von rechts nach links
mit Aus- und Einatmen! Von links nach rechts mit Einatmen und Ausatmen! Sie
warf ein Bein hoch - ihr Fuß war klein und rosig. Dann das andere Bein mit dem
anderen Fuß! Dann legte sie mit Kniebeugen los! Zwölf Kniebeugen legte sie hin
vor dem Spiegel, durch die Nase atmend - eins, zwei, drei, vier -, daß die Brüste
klatschten, daß auch mir die Beine zu zucken begannen und drauf und dran waren,
einen kultischen Teufelstanz aufzuführen. - (fer)
Damenbein (10) »Mein lieber Vater«, mahnte das Mädchen, »ich bin immer noch ein Kind.«
»Nicht mit diesen Beinen«, entgegnete Lamb. »Aus der Art und Weise, wie dieser Bursche in den Wagen spähte, hätte man schließen können, daß er versuchte, deine Beine auswendig zu lernen oder sie in die dritte Potenz zu erheben.«
»Und warum nicht?« fragte Hebe bedeutungsschwer. »Was gibt's an den Beinen auszusetzen?«
»Mag sie nicht«, sagte Lamb. »Sie sind zu kräftig. Endlose Beine. Hören sie denn überhaupt nicht auf?« »Darüber würde ich mir keine Sorgen machen«, sagte Hebe. »Sie sind besser als Sapphos Beine. Nicht so offenherzig und vertraulich. «
Hebe spielte auf ihre Mutter an, die unglücklicherweise auf den Namen Mary getauft worden war und wegen ihrer Neigung zum Amateurschauspiel von ihrer Tochter mit dem Namen Sappho bedacht worden war. Der Name war von Mrs. Lamb nur zu gern akzeptiert worden. Sie war fest davon überzeugt, daß sie ihn verdiente. Mary Lamb wäre kein Name gewesen, mit dem man hätte leben können.
»Da könntest du schon recht haben«, stimmte Mr. Lamb zu. »Die Beine deiner Mutter scheinen sich in letzter Zeit so ziemlich überall breit zu machen. Deine sind zumindest weniger sichtbar. «
Er machte eine Pause, um das Thema in all seinen Verzweigungen zu erwägen. Hebe war zuweilen eine rechte Erleichterung. Sie allein verstand es, unwichtige Angelegenheiten mit akademischer Gründlichkeit zu behandeln. »Weißt du«, fuhr er sich erinnernd fort. »Trotz Sapphos extremer Beinfreiheit scheine ich persönlich sie kaum noch zu Augen zu bekommen - nicht als Beine, wenn du verstehst, was ich meine. Aber, irgendwann einmal, muß sie Beine gehabt haben, denke ich mir.«
»Gewiß«, erwiderte Hebe, »andernfalls wäre ich ja nicht da.«
»Ein logischer Schluß«, stimmte Mr. Lamb zu, »obwohl die Art und Weise, wie
du es ausdrückst, Unziemliches folgern läßt. Dein elterlicher Respekt könnte
ebenfalls ein wenig aufgefrischt werden.«
- (lam)
Damenbein (11) Alsbald bat er sie um die Erlaubnis, ihr das Bein küssen zu dürfen, und er machte sich den Umstand zu Nutze, dieses Bein in einer solchen Stellung zu küssen, daß sich dessen Konturen klar und deutlich gegen die untergehende Sonne abzeichneten.
»Kätzchen, Katzi, Katzili, meine Katze, mein Bär, mein Äffchen, mein großer Affe, Schlange, mein kleines trauriges Äffchen.«
Derartige zu oft wiederholte Verschrobenheiten der Sprache, zu häufige Verwendung
von Tiernamen zeugen von einer satanischen Seite der Liebe. Besitzen die Teufel
etwa nicht Tiergestalt? Das Kamel Cazottes,
- Kamel, Teufel und Weib.
- (cb)
Damenbeine (12)

Damenbeine (13) Bei meiner Frau haben mal wieder die Beine verrücktgespielt. Sie wollte sich in den Sessel setzen, aber die Beine trugen sie zum Schrank und dann sogar weiter in den Korridor, dort setzten sie sie auf eine Kiste. Meine Frau riß sich zusammen, stand auf und bewegte sich aufs Zimmer zu, aber die Beine spielten wieder verrückt und trugen sie an der Tür vorbei. »Verdammt noch mal!« sagte meine Frau und stemmte den Kopf gegen das Stehpult. Aber ihre Beine spielten weiter verrückt und zerschlugen sogar eine Glasschüssel, die in der Diele auf dem Fußboden stand.
Schließlich kam meine Frau in ihrem Sessel zum Sitzen.
»Bitte, da bin ich«, sagte meine Frau, strahlte breit und zog sich Holzspäne
aus der Nase, die dort hineingeraten waren. - (charms)
Damenbeine (14)

- Josef von Sternberg
Damenbeine (15)

- Egon Schiele, nach (erot)
Damenbeine (16)

Damenbeine (17) Bei manchen Frauen sind
die Schenkel so schlecht proportioniert, so mißlich
anzusehen und so übel olivenförmig gebaut, daß sie es nicht verdienen, betrachtet
und begehrt zu werden, ebenso steht es mit ihren Beinen. Manche sind so fett,
daß man meint, es sei der Bauch eines schwangeren Kaninchens.
Bei anderen sind sie so dünn und schmal und so dürr, daß man sie eher für Flöten
hielte als für Schenkel und Beine. Den Rest kann man sich denken. - (brant)
Damenbeine (18)

- The Marx Brothers, esp. Harpo
Damenbeine (19)

- Umschlag zu: Giorgio Scerbanenco, Stirb bei den
tiefgekühlten Fischen. Reinbek bei Hamburg 1972 (rororo thriller 2259)
Damenbein (20)

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