luse  Fräulein d'Espard befindet sich in einer Art Hysterie, sie strahlt vor Hoffnungslosigkeit und Sehnsucht nach der Ehe, sie rückt ihm auf den Leib und fragt ihn gerade heraus. Er wird ärgerlich auf sie, sie stört ihn im Telephonieren, und er muß wieder anrufen. Im übrigen erwehrt er sich ihrer etwas und sagt, er hätte ja nichts gegen sie, weder in bezug auf ihr Äußeres noch sonst. Alles in allem wollte sie ihn wohl auch gar nicht haben, das würde sie schon sehen -

Sie sieht ein, daß es ihr nichts nützt, und fragt kurz: Haben Sie ein Auto bekommen?

Es kommt gleich! Und nun scheint er ihr ein wenig auf den Zahn fühlen zu wollen: Ich weiß nicht, was ich sagen soll, aber es war doch jedenfalls ein Glück für Sie, daß Sie das Geld, das Erbteil bekamen. Ich wünsche Ihnen von Herzen Glück!

Danke, sagt sie. Sie glauben mir gewiß nicht, das ist ja auch einerlei, aber fühlen Sie hier!

Sie läßt ihn ihre Bluse fühlen, und er ruft aus: Herrgott! Und das tragen Sie alles bei sich? Sie müssen es gleich bei einer Bank einzahlen, sofort. Wieviel ist es?

Oh, jetzt war der Augenblick gekommen. Sie schweigt nicht zu allem, läßt sich nicht alles gefallen. Das sollten Sie nur wissen! antwortet sie. Und plötzlich hat sie gleichsam einen Anfall, es überkommt sie, und sie zischt ihm ins Gesicht: Das möchten Sie gern wissen, wie? Lecken Sie sich den Mund danach! Glauben Sie vielleicht, daß ich Sie geküßt hätte, wenn ich nicht betrunken gewesen wäre? Scheren Sie sich zum Teufel!  - Knut Hamsun, Das letzte Kapitel. München 1977 (zuerst 1923)

 

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