ettkrachen   Ich war eben vom Bettkrachen aufgewacht. Meine Mutter lag nackt da, der Vater hatte ihre Beine über die Achsel genommen und vögelte heftig, und ich vernahm eben, wie er sagte: »Jetzt kommt's mir.« Die Mutter rief flüsternd dazwischen: »Wart noch . . . halt's zurück ... so wart doch . ..« Aber er spritzte, was ich daraus merkte, daß er die Beine der Mutter losließ, ganz auf sie niedersank und laut ächzte. Die Mutter sagte auch gleich darauf: »So schön, jetzt ist's mir nicht einmal gekommen.« Nach einer Weile, in der beide ruhig waren, fing sie an: »Kannst nicht noch eine Nummer machen?« »Vielleicht später«, brummte der Vater. Aber sie war ganz zornig: »Ah was, später ... da schnarchst du ja so ein , daß du nicht zum derwek-kenbist...« »Ich kann jetzt nicht. ..«

»Hättst dich zurückgehalten, ich will auch was haben«, schalt die Mutter.

Der Vater wollte sie vertrösten: »Mußt halt warten bis später.«

Sie atmete keuchend, schwieg ein paar Minuten, dann fing sie wieder an: »Steht er dir nimmer?« »Jetzt nicht.«

»Wart!« sagte die Mutter, »ich werd' ihn schon in die Höh' bringen ...« Sie setzte sich im Bett auf, und ich sah, wie sie, über den Vater gebeugt, heftig an seinem Schwanz herumarbeitete. Er griff ihr dabei ein paarmal an die Brust, lag aber dann ganz still da. Das dauerte beinahe eine Viertelstunde. Dann sagte er verdrießlich: »So laß doch, es geht ja nicht, du siehst es ja ...« Die Mutter weinte beinahe: »Was soll man denn da tun ...? Was soll man denn da tun ...?« »Gar nix kannst machen ...« brummte der Vater, »laß stehen ... es geht halt nicht mehr ...« Die Mutter jammerte, riß aber noch weiter an dem Schwanz herum. Dann sagte sie schwach: »Mir tut schon die Hand weh . ..« und gleich darauf: »Probier ich's halt so .. .« Sie bückte sich und nahm die weiche Nudel in den Mund. Ich hörte sie lutschen und schmatzen, und dabei schnaufen. Nach einer Weile aber fuhr sie wieder auf und war zornig: »Er steht und steht halt nicht. Jessas, das is ein Kreuz mit so ein' Mann... Das versteht er, daß er mir zwei-, dreimal die Fut auswetzt, und dann spritzt er ganz teppert hinein und denkt nicht dran, daß die Frau auch was haben will.« Meim Vater sagte kein Wort. Die Mutter aber gab nicht nach: »Ja was tu ich denn nur . .. jetzt hat mich das Vögeln so aufgeregt... und dann das Spielen mit dem Schwanz, und das in den Mund nehmen ... was tu ich denn nur ... das machst mir aber öfters so ... das kenn ich jetzt schon ... da kann man a narrisch werd'n... Was möchst denn du sagen, wenn ich dich wegstoßen möcht vor dem Spritzen? Was? ... Du möchst halt zu einer andern gehn ... die Mannsbilder ... die können sich leicht helfen, die laufen halt zu einer Hur.. .. Aber ich... was war denn, wenn ich mich jetzt von ein' andern vögeln lassen möcht?« »Mach was d' willst...«

»So? Na, das werd ich mir merken! Glaubst, ich find keinen, der was mich vögeln will... ?«

Der Vater setzte sich im Bett auf, warf die Mutter um und griff ihr zwischen die Beine. Sofort verstummte der Redefluß meiner Mutter. Sie warf und schleuderte sich unter der Hand des Vaters, der sie nach allen Regeln der Fingerkunst bearbeitete, und keuchte nun hörbar. Der Vater faßte mit der freien Hand nach der Brust der Mutter, spielte mit den Warzen, und bald vernahm ich, wie sie flüsterte:

»Jetzt... jetzt kommt's ... steck den Finger ganz hinein, ganz ... so ... so ... ah ... ah ...« Der Vater brummte: »Na also, daß die arme Seel a Ruh hat.«   - Josefine Mutzenbacher. Die Lebensgeschichte einer wienerischen Dirne, von ihr selbst erzählt. München 1969 (zuerst 1906)

Bettkrachen (2)  Ich kannte einen Edelmann und eine verwitwete Dame von da und da;  sie litt an einem großen garstigen Krebs an der Brustwarze, er heiratete sie aber trotzdem, wie sie ihn ebenfalls nahm, entgegen den Warnungen ihrer Mutter; so krank und verunstaltet sie auch war, sie erhitzten sich beide und wälzten sich dermaßen die ganze Nacht hindurch, daß sie den Boden des Bettgestells durchbrachen. - (brant)

Bettkrachen (3)  " Ja, so ist's recht! Presse dich an mich, meine Kleine, mein goldenes Lieb! Drücke mich ... immer noch fester! Wie schön sie ist im Liebesrausch! Wie wollüstig ... Du genießest! Du bist glücklich! ... O mein Gott!"

Es war ein seltsamer Anblick. Mit glühenden Augen, mit aufgelösten Haaren rutschte die Gräfin auf ihrem Opfer hin und her, dessen Sinne jetzt ebenfalls zur höchsten Wollust entflammt waren. Die beiden Weiber hielten sich in den Armen, umklammerten sich mit aller Macht. Jeder Stoß der einen wurde von der anderen erwidert; jedes Stöhnen, jeder Seufzer erstarb in heißesten Küssen.

Das Bett krachte von den wütenden Stößen der Gräfin.

Bald war Fanni erschöpft; wie vernichtet ließ sie ihre Arme niedersinken. Totenblaß, lag sie unbeweglich da wie eine schöne Leiche.

Gamiani raste weiter. Die Wollust brachte sie aufs Äußerste, aber sie vermochte nicht zur Krisis zu gelangen. Mit einem wilden Satz stürzte sie sich mitten ins Zimmer; wälzte sich auf dem Teppich, in immer neuen wollüstigen Stellungen ihre eigenen Sinne aufpeitschend; ihre geschäftigen Finger mühten sich vergebens, ihr die höchste Befriedigung zu verschaffen.

Dieser Anblick raubte mir vollends die Besinnung. Im ersten Augenblick hatten Ekel, Entrüstung alle anderen Gefühle in mir übertäubt. Ich war in Versuchung vor die  Gräfin hinzutreten, sie mit der ganzen Wucht meiner Verachtung zu Boden zu schmettern. Aber meine Sinne waren stärker als meine Vernunft. Das Fleisch – das unbändige, zuckende Fleisch triumphierte! Ich war betäubt, ich war wahnsinnig. Die Kleider riß ich mir vom Leib und nackt, glühend, fürchterlich stürzte ich mich auf die schöne Fanni. - Alfred de Musset, Gamiani

Bettgestelll Krach

 

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